Die Wallfahrtskirche der Schmerzensreichen Mutter 

Castelpetroso (IS) – Italien

Die Geschichte

 

Am 22. März 1888 erschien auf der Bergweide “Cesa tra Santi”in Castelpetroso (Is) die Schmerzensreiche Mutter Maria zwei Hirtinnen, Bibbiana e Serafina. Das Antlitz der Pietà ist bittend nach dem Himmel gerichtet. Sie kniet neben ihrem gestorbenen Sohn. Seit diesem Tage an setzten sich die Erscheinungen unregelmäßig bis in jüngste Zeit fort – bis um das Jahr 1970, wie die Zeugnisse berichten, zum Nutzen vieler Personen.

Da den Ort nach den ersten Erscheinungen an Bibbiana und Serafina zahlreiche Pilger aufsuchten, ernannte Papst Leo XIII den Bischof von Boiano, Mons. Francesco Palmieri, zum apostolischen Delegaten, der die Erscheinungen an der kleinen Grotte im Auftrag des Heiligen Stuhls untersuchen sollte.

Am Morgen des 26. September 1888 kam der Bischof an Ort und Stelle und erblickte, auch er, die Muttergottes in der gleichen königlichen Haltung der opfernden Mutterschaft.

Die Presse verbreitete sofort die Ereignisse von Castelpetroso. Der Direktor der Zeitschrift „Il servo di Maria“, Graf Carlo Acquaderni von Bologna, begab sich mit seinem zehnjährigen Sohn August im November 1888 an den gesegneten Felsen. Der Junge war schwer an Knochentuberkulose erkrankt.

Die Schmerzensreiche Muttergottes erschien beiden, dem Vater und dem Sohn. Der Sohn wurde noch dazu durch das wundertätige Wasser geheilt, das wenige Zeit nach der ersten Erscheinung am durch die Muttergottes geheiligten Ort hervorquoll. Das Wasser steht heute noch den Pilgern für den Gebrauch und die Devotion zur Verfügung.

In Dankbarkeit für die erlangte Gnade begann der Graf aus Bologna eine Sammelaktion bei den Abonnenten der Zeitschrift zur Errichtung einer Wallfahrtskirche. Am 28. September 1890 wurde durch Mons. Palmieri der Grundstein der großartigen Kirche in der Gegenwart von 30 000 Gläubigen gelegt. Ihm assistierten die Bischöfe von Isernia, Trivento und Termoli. Der Bau der Kirche dauerte dank der großzügigen Spenden der italienischen und ausländischen Gläubigen fast ein Jahrhundert.

Im Jahre 1931 gründete Bischof Alberto Romita in der Nähe des Wallfahrtsortes ein Waisenhaus und rief für ihre geistliche Betreuung die Schwestern „Piccole discepole di Gesù“.

Im Jahre 1947 wurde am Erscheinungsort eine steinerne Kapelle errichtet. Man faßte die Quelle des wundertätigen Wassers und errichtete längs des Feldweges, der von der Wallfahrtskirche zur Erscheinungsstelle führt, sieben Gebetstafeln im Gedenken an die sieben Schmerzen Mariens.

Am 6. Dezember 1973 erklärte Papst Paul VI auf Bitte der Bischöfe des Molise die Schmerzensreiche Mutter Maria, die im Heiligtum von Castelpetroso verehrt wird, Schutzfrau der Region des Molise.

Die Einweihung des neuen Tempels erfolgte am 21. September 1975. Mons. Alberto Carinci führte die Weihezeremonie im Beisein zahlreicher Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubigen durch.

Der 19. März 1995 ist für das marianische Heiligtum ein historisch bedeutsames Datum: der Heilige Vater Johannes Paul II besucht als Pilger den Wallfahrtsort und krönt damit alle Entbehrungen und Opfer die unsere Vorfahren mit wagemutigem Glauben und großem Mut auf sich genommen haben.

            Seit September 1993 ist der herrliche Wallfahrtsort den Franziskanern der Immakulata anvertraut, die sich vornehmen, die „Ursprünge“ des franziskanischen Lebens in die Tat umzusetzen, und dem Beispiel des heiligen Franz von Assisi und des heiligen Maximilian Maria Kolbe im Geist der unbegrenzten Weihe an die Muttergottes zu folgen.

Das Heiligtum        

 

Das monumentale Werk, im neugotischen Stil verwirklicht, wurde mit von Hand gemeißelten Steinen der Gegend errichtet. Nun trotzt  es mit seinen Säulen, seinen Kapitellen, seinen Fialen, seiner fast 60 Meter hohe Kuppel und mit seinen zwei Kirchtürmen den Jahrhunderten.

            Wer sich dem Heiligtum nähert, kann bewundern: das Bildhäuschen der Verkündigung bei der Abzweigung der Staatsstraße, die Statue des hl. Peter Zölestin, den Mitpatron des Molise, die Erzengel Michael und Gabriel auf Marmorsäulen, die Geburtsgrotte, den Kalvario mit den drei Kreuzen (das mittlere mit dem Buchstaben M versehen), einen großen Stein mit einigen Ausdrücken des hl. Paulus über die Auferstehung Jesu, die geschwungene Statue der Jungfrau Assunta, den großen Gedenkstein an den Papstbesuch, auf der linken Seite neben des Heiligtums die sieben Marmorplatten, welche die Schmerzen Mariens darstellen.

            Nachdem man die Engel der Fassade und die drei Bronzetore mit Kassetten in Basrelief betrachtet hat, betritt man die Kirche. Der Blick und das Herz richten sich auf die zentrale Kapelle, wo sich eindrucksvoll das Standbild der Erscheinung erhebt: die Schmerzensreiche Mutter, die den gestorbenen Sohn für das Heil der Menschen aufopfert.

            Darüberhinaus kann man den Marmorfußboden mit achteckigen Motiven bewundern, die zwei „englischen“ Weihwasserbehälter, die künstlerischen Glasfenster, das Holzkreuz in Naturgröße der Schule von St.Ulrich (Grödnertal), den Kreuzweg in Eichenholz, die acht Leinwandgemälde des molisanischen Malers Amedeo Trivisonno (1904 – 1995), die 67 Mosaiken, den Thron Unserer lieben Frau, ...

            Eine Kirchenorgel mit 1778 Pfeifen, das Werk der Brüder Ruffatti aus Padua, und ein Glockenkonzert, das päpstliche Gießerei Marinelli aus Agnone (IS) realisiert hat, lassen harmonische Töne als Lob und Bitte an die Mater dolorosa erklingen.

            Die Kapelle des siebten Schmerzes enthält ein künstlerisches Reliquiar, das einen Zahn des hl. Gabriel von der Schmerzensreichen Mutter enthält. Es wurde am 29.10.1994 vom Heiligtum Isola del Gran Sasso (Te) überführt.

            Im Freien wurden entlang des Feldweges, der zum Erscheinungsort führt, neben den schon bestehenden Basrelieftafeln Bronzestatuen in Naturgröße aufgestellt. Sie sind das Werk des molisanischen Bildhauers Alessandro Caetani.

            Beim heiligen Felsen der Erscheinungen kann man die bronzene Figurengruppe der Pietà mit dem Christus bewundern. Sie ist das hervorragende Werk des Bildhauers Urbano Buratti aus Pietrasanta (LU).

  

Hl. Messen:      werktags: 7:00 – 17:00 Uhr

                       Sonntags: 8:30 – 10:30 – 12:00 – 17:00 – 19:00 Uhr

Feste des Heiligtums: 22. März und vierter Sonntag im September

Via Matris jeden 22. des Monats um 17:45Uhr

Abonnement der Marienzeitschrift des Heiligtums: wenden Sie sich an 0865/936090

 

 Die Botschaft von Castelpetroso

 Welche Botschaft wollte Unsere liebe Frau Italien und der ganzen Welt mit den Erscheinungen in Castelpetroso geben? Hier hat die Muttergottes nicht gesprochen, oder besser gesagt: die äußere Haltung der Muttergottes in den Erscheinungen spricht zu uns. Sie ist verschieden von jener uns gewohnten Haltung, wie sie die Volksfrömmigkeit üblicherweise darzustellen pflegt: ihr Antlitz drückt ungeheueren Schmerz aus, aber sie nimmt eine königliche Haltung opfernder Mutterschaft ein. Halb kniend, den Blick gen Himmel gerichtet, hat sie die Arme ausgebreitet und opfert ihren Sohn, die Frucht ihres Leibes, dem Vater auf, als Sühneopfer für die Sünden der Menschheit.

            Sie wußte von der Erlösungssendung Jesu, der gerade durch das Leiden die Menschheit vom Übel befreien sollte. Vor dem gekreuzigten Sohn nimmt Sie, die „schon liebend der Aufopferung des von ihr geborenen Opfers zustimmte“(Lumen Gentium 58), den Willen des Vaters an und vereint sich mit dem Erlösungsopfer Jesu. Sie wird somit die mütterliche Miterlöserin des Menschengeschlechtes.

            Natürlich sind das Opfer Jesu und die Teilnahme Mariens daran der klarste Beweis der Liebe Gottes für uns alle und für jeden einzenen: konnte Er etwa noch mehr tun für unser Seelenheil?

            Zusammen mit dieser Hauptbotschaft lehren uns die Erscheinungen von Castelpetroso wenigstens noch zwei andere ganz wichtige Dinge: die Scheußlichkeit der Sünde und den Wert des Leidens. Jesus und Maria haben gelitten, um die Sünde wiedergutzumachen und um uns mit Gott Vater zu versöhnen. Der Vorsatz eines jeden von uns muß daher nach einer guten Beichte lauten: sündige nicht mehr.

            Zuletzt denken wir, dass Jesus und Maria mit Liebe geopfert und gelitten haben. Sie haben sich vertrauensvoll dem Willen Gottes hingegeben. Auch wir fühlen uns ermutigt, das tägliche Kreuz in Geduld und Heiterkeit zu tragen, was unserer Rettung und Heiligung und der, der anderen, sehr nützt.

 

Gebet zur Schmerzensreichen Mutter  Schutzherrin des Molise

 

Oh jungfräuliche und schmerzensreiche Mutter von Castelpetroso, demütig sind wir versammelt zu Füßen deines heiligen Bildes, und rufen dich mit dem Gruß des Erzengels Gabriel an. Wir loben und rühmen den allmächtigen und barmherzigen Herrn mit demselben Lied des Magnifikat für die Wunderbarkeiten, die Er in Dir vollbracht hat durch das Werk des Heiligen Geistes.

            Wir danken Dir, daß Du den kleinen Felsen Cesa tra Santi gewählt hast, um Dich uns, und durch uns der ganzen Welt, als Miterlöserin und Mittlerin zu zeigen, in der opfernden Haltung, die den Sohn Jesus, das Lamm Gottes, das geopfert ist für unser ewiges Seelenheil, dem Vater darbringt.

            Wir flehen Dich an, daß wir bereitwillig und großzügig die Liebe des Vaters vor den Brüdern bezeugen, besonders den Armen, den Kranken, den Betrübten und den Entfernten.

            An der Schwelle des dritten christlichen Jahrtausends sei Du für einen jeden von uns und für unsere Kirche, oh gepriesene Jungfrau, der Stern, der mit Sicherheit unsere Schritte dem Herrn entgegen lenkt, um würdig am göttlichen Werk der Erlösung teilzunehmen. Amen.

 Salve Regina ... 

 

Santuario dell'Addolorata
86090 Castelpetroso (Is) - Italy
Tel: (0039) 0865/ 936110 (Friars) 936090 (Sisters) 936111(fax)
E-Mail:
 fficastelp@immacolata.com

 

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